Franz Lottner

Franz Lottner wird am 30.1.1927 geboren und wächst in sehr ärmlichen Verhältnissen in der Kölner Elsaßstraße auf. Die Ehe seiner Eltern verläuft alles andere als harmonisch, regelmäßig bekommen er und seine Mutter die alkoholisierten Gewaltexzesse seines Vaters mit.  
 
Als kleines Kind bekommt Franz Lottner den Einmarsch der SA in die Elsaßstraße und die tagelangen Unruhen hautnah mit. Seine Eltern sind – wie die meisten Bewohner der Elsaßstraße – als Kommunisten eindeutig gegen die NS-Politik eingestellt. Religion spielt bei der Großmutter, die einen zentralen Platz in der Familie innehat, eine wichtige Rolle, seine Eltern dagegen machen sich nicht viel daraus. 
 
Als Kind aus der Elsaßstraße wird Franz Lottner in der Schule immer als Außenseiter behandelt. Er muss mehrere Male die Schule wechseln und entlässt sich am Ende selbst, indem er einfach nicht mehr hingeht. 
 
Franz Lottner beginnt zunächst eine Lehre bei einem Schlosser, bricht diese dann aber bald ab, da sein Chef ein extremer Nationalsozialist ist. Anschließend arbeitet er in einer Kölner Weinhandlung als Aushilfe. Als die Strapazen der Bombenangriffe zunehmen, beschließen seine Mutter und er, zu Verwandten aufs Land zu ziehen.  
 
Franz Lottner ignoriert die Einberufungen zur Wehrmacht und weigert sich die ganze Zeit über, NS-Organisationen beizutreten. Er verbringt die Zeit von 1943 bis zum Kriegsende in Refrath bei Verwandten. Hier lebt er in ständiger Angst, verhaftet zu werden. Mehrmals wird er aufgespürt, doch immer gelingt es ihm, zu entkommen.  
 
Als der Krieg endlich vorbei ist, ist Franz Lottner sehr erleichtert. Noch im Mai 1945 kehren die Lottners zurück in die Elsaßstraße, die den Krieg weitgehend unbeschadet überstanden hat. In der unmittelbaren Nachkriegszeit beteiligt sich Franz Lottner am Kölner Schwarzmarkt.
 
Zum Interview »