Liesel Schäfer-Strausfeld

Am 14. Februar 1924 wird Liesel Strausfeld als neuntes von elf Kindern geboren. Ihr Vater, Peter Strausfeld, arbeitet in der 1920er und 1930er Jahre als 1. Hauptwachtmeister im Kölner Gefängnis Klingelpütz während ihre Mutter, Selma Strausfeld, sich um den kinderreichen Haushalt kümmert. 1929 zieht die Familie in ein eigens gebautes Haus in der Tickstraße im Kölner Stadtteil Neu-Ehrenfeld. 
 
In Familie Strausfeld spielt die katholische Religion eine äußerst bedeutende Rolle. Nahezu alle Familienmitglieder engagieren sich in kirchlichen Organisationen. Politisch stehen die Eltern der Zentrumspartei nahe und lehnen den Nationalsozialismus und seine Inhalte ab. 
 
In ihrer Kindheit besucht Liesel Straufeld den Kindergarten der Pfarre St. Barbara. Nachmittags spielt sie viel mit ihren Brüdern und anderen Kindern aus der Nachbarschaft auf der Straße. Nachdem Liesel Strausfeld mehrfach die Schule gewechselt hat, beendet sie 1938 ihre Schulzeit in der Mittelschule Gravenreuthstraße in Ehrenfeld.  
 
Liesel Strausfeld ist schon in den 1930er Jahren Mitglied in einer katholischen Jugendgruppe der Pfarre St. Barbara in Köln Ehrenfeld. Im Krieg leitet sie dann selbst eine Gruppe namens „Rasselbande“. Sie unternimmt - trotz der Verbote durch die NS-Führung - zahlreiche gemeinsame Fahrten. Bei Heimabenden wird viel gesungen und über inhaltliche Themen diskutiert. 
 
Sie hat das Glück, das Pflichtjahr in ihrem Elternhaus absolvieren zu können. So hilft sie in diesem Jahr der Mutter, den Haushalt zu führen. Anschließend entschließt sich, Kinderpflegerin zu werden. Sie beginnt eine Ausbildung an der Frauenakademie in Düsseldorf, im deren Rahmen sie verschiedene Praktika durchläuft, die sie sehr prägen. Am Tag des Hitlerattentats, am 20. Juli 1944, besteht sie erfolgreich ihre Examensprüfung. 
 
1944 stirbt ihre Mutter an einer Herzembolie, was die ganze Familie sehr mitnimmt. Den Strapazen des Bombenkrieges ist Liesel Strausfeld schon früh ausgesetzt, die letzten Monate ausgenommen, verbringt sie die Kriegsjahre nahezu ausschließlich in Köln. Das Kriegsende selbst erlebt sie in Koblenz bei ihrer Schwester Magdalene. All ihre Geschwister überleben den Krieg, über deren Einzelschicksale berichtet die Liesel Schäfer-Strausfeld ausgiebig in ihrem Interview. 
 
In der Nachkriegszeit engagiert sie sich sofort wieder maßgebend in der katholischen Jugend. Sie wird Stadtführerin der weiblichen Jugend und unternimmt als solche mehrere Fahrten zum deutsch-britischen ‚Jugendhof’ in Vlotho sowie auch eine Fahrt nach England.  
 
1948 heiratet Liesel Strausfeld und beendet damit offiziell ihre Aktivitäten für die katholische Jugend.
 
Zum Interview »