Henry Beissel

Heinrich (Henry) Beissel wird am 12. April 1929 als älterer von zwei Brüdern geboren. Der Vater ist Pianist und Bankangestellter; die Mutter ist Hausfrau. Henry wächst in Köln-Nippes auf, wo er aufgrund der Eheprobleme seiner Eltern eine nicht ganz leichte Kindheit erlebt.  
 
Schon früh lehnt Henry den Drill des NS-Regimes ab. Er wird zwar Mitglied des Jungvolks, entzieht sich aber erfolgreich den damit verbundenen Zwängen. Nach einem einjährigen Aufenthalt in einem KLV-Lager und nach Gesprächen im weiteren Familienkreis distanziert sich Henry bewusst vom Nationalsozialismus.  
 
Im September 1944 wird er zum Westwall eingezogen. Im November gleichen Jahres und ein zweites Mal sogar noch kurz vor Kriegsende im April 1945 erreichen ihn Einberufungsbefehle zur Wehrmacht, denen er sich jedoch entzieht. 
 
Nach Kriegsende arbeitet Henry Beissel für die alliierten Truppen zunächst im Rheinland, dann in Hamburg. Es ist eine sehr schwere Zeit für ihn, da er die Schrecken der NS-Zeit nicht vergessen und verarbeiten kann. Er will im Land der Täter nicht mehr leben und entscheidet sich Ende der 1940er Jahre für die Auswanderung nach England, schließlich nach Kanada.  
Hier studiert er Anglistik und lehrt dann an verschiedenen Universitäten. Erst Jahrzehnte später ist er – unter erheblichen psychischen Schwierigkeiten - bereit, wieder nach Deutschland zu reisen. 
 
Henry Beissel lebt heute (2006) in Kanada.
 
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