Gertrud Koch

Gertrud Koch, geb. Kühlem, wird am 1. Juni 1924 geboren und wächst in einem kommunistisch geprägten Elternhaus in Köln auf. Ihr Vater wird aufgrund seines politischen Engagements verhaftet und stirbt im Jahr 1942 im Konzentrationslager Börgermoor. 
 
Gertrud Koch lehnt den Nationalsozialismus ab und ist nicht im BDM organisiert. Stattdessen trifft sie sich, die im Kreis ihrer Bekannten nur "Mucki" genannt wird, mit anderen Jugendlichen der verbotenen Bündischen Jugend. Neben Ausflügen und Wanderungen plant ein Teil der Gruppe auch politische Aktionen gegen die Nationalsozialisten.. Als „Edelweißpiraten“ verteilen sie Flugblätter und schreiben ihre Parolen an Hauswände. 
 
1942 wird die Gruppe bei der Liesenberger Mühle durch die Gestapo verhaftet. Nach Vernehmungen im EL-DE-Haus sitzt Gertrud für fünf Monate in Brauweiler ein. Aufgrund einer weiteren Flugblattaktion in Düsseldorf wird sie erneut verhaftet. Nach der Entlassung flüchtet sie mit ihrer Mutter aus Köln und versteckt sich bis zum Kriegsende in Sigmaringen. 
 
Nach dem Krieg engagiert sich Gertrud Koch für die KPD und muss in den 1950ern die bittere Erfahrung machen, erneut politisch verfolgt zu werden. Sie engagiert sich in der Drogenhilfe und berichtet in Schulen über ihre NS-Vergangenheit. 
 
Gertrud Koch lebt heute (2006) in Köln.
 
Zum Interview »