Fritz Theilen

Fritz Theilen wird am 27.9.1927 in Köln geboren und wächst als älterer von zwei Söhnen im Arbeiterviertel Ehrenfeld auf, wo er die Auswirkungen der Weltwirtschaftskrise und die politische Radikalisierung der Weimarer Jahre erlebt.  
 
1937 tritt Fritz in das Jungvolk der HJ ein, distanziert sich nach anfänglicher Begeisterung aber rasch von der NS-Jugendorganisation und wird 1940 wegen „Befehlsverweigerung“ ausgeschlossen. Im gleichen Jahr knüpft er Kontakte zu anderen unangepassten Jugendlichen und beginnt eine Lehre als Werkzeugmacher bei Ford, die er 1944 abschließt. Von 1942 bis 1944 wird Fritz Theilen bei dem Schnellkommando der Polizei (Feuerwehr) und ist an zahlreichen Einsätzen im Bombenkrieg beteiligt.  
 
Anfang 1944 bildet er gemeinsam mit Ehrenfelder Jugendlichen, darunter Barthel Schink und Franz Rheinberger, eine eigene Edelweißpiratengruppe, die sich aktiv gegen das NS-Regime wendet. Nach mehrmaligen Verhaftungen durch die Gestapo taucht er im April 1944 unter, wird er nach dem 20. Juli erneut festgenommen und zunächst in ein Wehrertüchtigungs-Bewährungslager und danach in ein Außenlager des KZ Dachau deportiert, aus dem er wiederum fliehen kann. Das Kriegsende erlebt Fritz Theilen im Allgäu. Er kehrt im August 1945 nach Köln zurück.  
 
Bis Mitte der 1980er Jahre arbeitet Fritz Theilen erneut bei Ford und ist dort als Gewerkschafter aktiv. 1984 erscheint sein Buch „Edelweißpiraten“.  
 
Fritz Theilen lebt heute (2006) in Nörvenich.
 
Zum Interview »