Henry Gruen

Henry Gruen (Heinrich Grünebaum) wird am 30. Mai 1923 in Köln geboren und wächst in einer jüdischen Familie auf. Sein Vater arbeitet als Lehrer an der jüdischen Volksschule Lützowstraße. Die Eltern erziehen Henry und seine Schwester Inge in "liberal-konservativem" Geist. 
 
Henry Gruen besucht ab 1929 die Volksschule Lützowstraße und wechselt 1933 auf das jüdische Gymnasium Jawne. Er erfährt schon früh antisemitische Anfeindungen und wird ab 1934 vom Spiel mit den nichtjüdischen Kindern ausgeschlossen. Das Wohnhaus der Grünebaums wird 1938 während des Novemberpogroms zerstört. Zwei Monate später geht Henry mit dem Kindertransport nach England. Die übrige Familie kann wegen der erschwerten Auswanderungsbedingungen Deutschland nicht mehr verlassen. 
 
In England wird Henry Gruen nach Beginn des Zweiten Weltkriegs interniert. Nach seiner Entlassung 1941 arbeitet er im Farbstofflabor des Chemiekonzerns Sandoz. Er besucht die Abendschule, ist im Luftschutz tätig und beginnt ein Chemiestudium. Das letzte Lebenszeichen seiner Familie erhält Henry Gruen 1942/43 aus dem KZ Theresienstadt, wohin Eltern und Schwestern deportiert worden waren. Erst Jahre später erfährt er, dass sie im Sommer/Herbst 1944 nach Auschwitz gebracht und dort getötet werden.  
 
Nach dem Krieg entscheidet sich Henry Gruen für eine Auswanderung in die USA, wo er als Chemiker arbeitet, sein Studium mit Promotion abschließt und als Wissenschaftler tätig ist. Er entscheidet sich 1971 zur Rückkehr nach Deutschland und ist bis zu seiner Pensionierung 1987 am Max-Planck-Institut in Mülheim/Ruhr beschäftigt. 
 
Henry Gruen lebte heute (2006) in Ratingen bei Düsseldorf.
 
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