Yehuda Levi

Yehuda (Bernhard) Levi wird am 28.1.1923 in Köln geboren. Er wächst mit einem Bruder in einer jüdischen Familie auf.. Seine Eltern führen ein Haushaltswarengeschäft in der Innenstadt. Die Wohnung liegt direkt über dem Laden in der Luxemburger Straße. 
 
Yehuda Levi besucht die jüdische Volksschule in der Lützowstraße und wechselt 1933 auf das Humboldtgymnasium. Er leidet unter dem wachsendem Antisemitismus und wechselt 1936 zum jüdischen Gymnasium Jawne. Nebenher ist Yehuda Levi in der jüdischen Jugendbewegung aktiv. 1937/38 beginnt er eine Schlosserausbildung im jüdischen Lehrlingsheim in Köln, um sich auf die Auswanderung nach Palästina vorzubereiten. 
 
Das elterliche Geschäft wird während des Novemberpogroms 1938 zerstört und ge-plündert. Die Eltern müssen Geschäft und Wohnung zwangsverkaufen. Im März 1939 wandert Yehuda Levi im Rahmen der Jugend-Aliah in das damalige Palästina aus. Sein Bruder folgt ein halbes Jahr später. Die Eltern können Deutschland nicht mehr verlassen und werden 1941 nach Lodz (Ghetto Litzmannstadt) deportiert und ermordet. 
 
In Israel lebt Yehuda Levi in einem Kibbuz, wo er zunächst als Handwerker arbeitet und in den 1960ern zum Ingenieur ausgebildet wird. Er reist 1964 aus beruflichen Gründen erstmalig wieder nach Deutschland und begegnet in Köln jenem nichtjüdi-schen Geschäftsmann, der 1939 vom Zwangsverkauf der Eltern profitierte. Weil Ye-huda Levi die Antragsfristen zur Wiedergutmachung nicht eingehalten hat, bekommt er keinen Schadensersatz für das erlittene Unrecht. 
 
Yehuda Levi lebt heute (2006) im Kibbuz Ma´abarot in Israel.
 
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