Oskar Nolze

Oskar Nolze wird am 10. September 1908 in Bonn geboren und wächst als Kind einer Arbeiterfamilie in der Kölner Innenstadt auf. Schon während seiner Volksschulzeit entwickelt sich Oskar zu einem Spitzenschwimmer. 
 
Von 1922 bis 1925 absolviert Oskar Nolze eine Lehre als Motorenschlosser. Nach längerer Arbeitslosigkeit und verschiedenen Aushilfstätigkeiten arbeitet er 1932/1933 als Eildienstfahrer für das Kaufhaus Tietz. 1930 tritt Oskar Nolze der KPD bei, engagiert sich in der Gewerkschaft und bleibt auch nach der nationalsozialistischen Machtübernahme weiter für die KPD - nun im Untergrund - aktiv. Wegen seiner zahlreichen Kontakte durch den Sport ist er jedoch vor Verfolgung relativ geschützt. 
 
Ab 1937 arbeitet Oskar Nolze als Direktionsfahrer bei der Firma Hermann Kolb und übernimmt im Krieg weitere Aufgaben für den Rüstungszuliefererbetrieb. Erst im Sommer 1942 wird er zur Wehrmacht eingezogen und an der Südfront in Italien eingesetzt. Ende April 1945 wird Oskar Nolze von königstreuen Partisanen festgenommen, den Amerikanern übergeben und bereits im August 1945 freigelassen. 
 
Nach dem Krieg engagiert sich Oskar Nolze erneut für die KPD und vertritt die Partei von 1946 bis 1952 im Stadtrat. Zugleich betätigt er sich als er Sportfunktionär. Nach dem Sportverbot zwischen Ost- und Westdeutschland unter Kanzler Konrad Adenauer wird Nolze – in Zeiten des kalten Krieges - wegen Verstoßes gegen das Verbot verhaftet. Einer Anklage wegen "Hochverrats" und einer mehrjährigen Haftstrafe entgeht er 1954 durch die Flucht in die DDR. Er kann erst im Dezember 1969 nach Köln zurückkehren, wo er weiterhin im Sport aktiv bleibt. 
 
Oskar Nolze starb am 1. Januar 2008 in Köln.
 
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