Heinrich Lohmer

Heinrich Lohmer wird am 17. August 1920 als jüngster von vier Brüdern in Köln geboren und wächst in einem katholischen Elternhaus auf. Der Vater, Stadtarzt in Köln, vertritt von 1919 bis 1933 die katholische Zentrumspartei im Stadtrat. Nach der NS-Machtübernahme legt er im Mai 1933 das Mandat aus politischen Gründen nieder.  
 
Heinrich Lohmer besucht die katholische Volksschule Bonner Straße und wechselt 1930 zum Friedrich-Wilhelm-Gymnasium. Als so genannter „Vierteljude“, ein Großelternteil war jüdischen Glaubens, darf er nicht in die HJ eintreten. Heinrich Lohmer verlässt 1937 die Schule und absolviert eine Lehre als Industriekaufmann bei dem Ehrenfelder Betrieb Mauser, der ihn 1939 übernimmt. 
 
Nach dreimonatigem Einsatz beim Reichsarbeitsdienst wird Heinrich Lohmer 1940 zur Wehrmacht eingezogen und in Russland und Finnland eingesetzt. Während eines Heimaturlaubs wird sein Vater am 17. August 1944 von der Gestapo verhaftet, im EL-DE-Haus verhört und im Messelager inhaftiert. Wenige Wochen später wird Heinrich Lohmer als "Nichtarier" aus der Wehrmacht entlassen und der Gestapo gemeldet werden. Er kehrt zunächst nach Köln zurück und geht dann mit seinem evakuierten Betrieb nach Neuwied. Um sich dem Einsatz beim Volkssturm zu entziehen, geht er im März 1945 erneut nach Köln, wo er das Kriegsende erlebt. 
 
Heinrich Lohmer arbeitet bis zu seiner Pensionierung bei seinem Lehrbetrieb, zuletzt ist er als Personalchef tätig. Er engagiert sich zunehm als Mitglied der CDU-Stadtratsfraktion – vor allem in kulturpolitischen Fragen – und wird Reservist bei der Bundeswehr. 
 
Heinrich Lohmer lebt heute (2006) in Köln.
 
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