Ernst Simons

Ernst Simons wird am 7. August 1919 als drittes von fünf Kindern geboren. Sein Vater ist Rabbiner der jüdischen Gemeinde Köln-Deutz. Die Eltern erziehen ihre Kinder streng religiös, politisch stehen sie dem Zentrum nah. Ihr Verhältnis zur katholischen Kirche und Bevölkerung ist sehr gut. 
 
Ernst Simons besucht die katholische Volksschule am Gotenring und wechselt 1929 auf das Gymnasium Köln-Deutz.  
Nach der NS-Machtübernahme erfährt Ernst Simons zunehmend antisemitische Ausgrenzungen. Er engagiert sich in der jüdischen Jugendbewegung und muss 1936 das Gymnasium aus rassistischen Gründen verlassen. Ein Jahr später emigriert er in die Niederlande, wo er ein jüdisches Lehrerseminar besucht.  
 
Nach dem deutschen Überfall auf Holland im Mai 1940 wird Ernst Simons als Zwangsarbeiter in der Rüstungsindustrie in Amsterdam eingesetzt. Hier lernt er die holländische Jüdin Ans Frank kennen, die er 1942 heiratet. 1943 wird Simons mit seiner Ehefrau in das Durchgangslager Westerbork und nach einigen Wochen in das KZ Bergen-Belsen deportiert. Beide überleben die Lagerzeit und werden am 25. April 1945 durch russische Truppen bei Leipzig befreit.  
 
Nach Kriegsende kehrt Ernst Simons nach Holland zurück. Hier erfährt er von seinen Schwestern, dass Eltern und Brüder in Auschwitz ermordet wurden. Nach einem Studium in den USA kehrt Simons 1952 nach Köln zurück, um bei der neu entstehenden Synagogengemeinde eine Stelle als Religionslehrer anzutreten. Beruflich steigt Simons bis zum Regierungsschuldirektor auf. Wegen seiner jüdisch-christlichen Verständigungsarbeit und seines Einsatzes für die Integration körperbehinderter Kinder erhält er das Bundesverdienstkreuz 1. Klasse. 
 
Ernst Simons starb im Januar 2006 in Köln.
 
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