Peter Rosellen

Peter Rosellen wird am 16.8.1925 in Köln-Lindenthal geboren und wächst in einer katholischen Familie auf. Seine Eltern führen ein traditionsreiches Speditionsunternehmen. Dem Nationalsozialismus stehen sie kritisch gegenüber; der Vater organisiert die Auswanderung jüdischer Bekannter. 
 
Peter Rosellen besucht die katholische Volksschule und tritt 1935 in das Jungvolk ein. Schon bald missfällt ihm der Drill der NS-Jugendorganisation und er entzieht sich dem HJ-Dienst. 1939 beginnt er eine Lehre im elterlichen Betrieb, wo er bis zu seiner Einberufung im Oktober 1943 arbeitet. 
 
Bei der Wehrmacht wird Peter Rosellen zunächst in Paris eingesetzt und 1944 an die Ostfront verlegt, wo er Ende gleichen Jahres von Partisanen überfallen und entwaffnet wird. Ein Kriegsgericht verurteilt ihn auf der Grundlage eines „Führerbefehls“ hierfür zum Tode; begnadigt ihn aber und schickt ihn zur „Bewährung“ in ein Strafbataillon. Rosellen desertiert, wird erneut verhaftet und zum Tode verurteilt. Wegen der russischen Großoffensive im Januar 1945 wird Rosellen mit anderen Gefangenen „evakuiert“ und in Hamburg aufgrund des Verlusts seiner Akte erneut begnadigt. Das Kriegsende erlebt Rosellen in Karlsbad. 
 
Noch im Mai 1945 kehrt Peter Rosellen nach Köln zurück und beginnt mit dem Wiederaufbau des Familienunternehmens. Er legt 1947 die Kaufmannsgesellenprüfung ab und ist bis 1958 im elterlichen Betrieb angestellt, danach übernimmt er die Firma zusammen mit seinem Vetter Wilhelm.  
 
Peter Rosellen lebt heute (2006) in Köln.
 
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