Marianne Gegenfurtner

Marianne Gegenfurtner wird am 12. Januar 1912 in Köln geboren. Sie wächst nach dem frühen Tod der Mutter bei einer Pflegefamilie auf, hat aber Kontakt zu ihren leiblichen Geschwistern. Die Pflegeeltern erziehen Marianne im katholischen Glauben und stehen dem Zentrum nah. Wirtschaftlich geht es der Familie relativ gut, weil der Vater als Dreschmaschinenbauer einen konjunktursicheren Beruf ausübt. 
 
Marianne Gegenfurtner besucht von 1918 bis 1926 die Volksschule und von 1926-1928 die Handelsschule. Im Anschluss daran arbeitet sie für zwei Jahre als Kontoristin. Nebenher ist sie in dem katholischen Jugendbund Trutznachtigall aktiv, dem vor allem Werkstudenten angehören. Seit 1930 ist sie in der Privatpraxis des Röntgenarztes Dr. Lohmüller tätig, wo sie zunächst als Sekretärin, später als Röntgenassistentin arbeitet.  
 
Dem Nationalsozialismus steht Marianne Gegenfurtner kritisch gegenüber. Auch ihr Chef, der mit dem schweizerischen Generalkonsul Weiss verkehrt, lehnt das NS-Regime ab. Gemeinsam verhelfen Sie Kölner Juden zur Flucht vor der Deportation. 
 
Den gesamten Zweiten Weltkrieg erlebt sie mit Mutter und Schwester in Köln. Lediglich nach der alliierten Einnahme des linksrheinischen Kölns am 6. März 1945 wird sie bis zum endgültigen Kriegsende aus der unmittelbaren Frontzone evakuiert.  
 
Nach dem Krieg arbeitet Marianne Gegenfurtner erneut bei Dr. Lohmüller. Nach seinem Tod im Jahr 1957 nimmt sie eine Stelle als Schreibkraft in einem Bundeswehrlazarett an und wechselt später zum Kölner Gesundheitsamt.  
 
Frau Gegenfurtner lebt heute (2007) in Köln.
 
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