Charlotte Nasse

Charlotte Nasse, geb. Münch, wird am 12.7.1926 als Einzelkind in Köln geboren. Sie wächst in einem sozialdemokratischen Elternhaus in der Südstadt auf.1934 muss der Vater, der dem NS-Regime ablehnend gegenüber steht, seine Stelle als städtischer Auktionär aufgeben. Die wirtschaftliche Lage der Familie verschlechtert sich. Zwischen Charlotte - in der Schule politisch beeinflusst - und dem Vater kommt es zu heftigen Konflikten über den BDM und politische Themen. 
 
1939 wird der Vater verhaftet, für drei Jahre in einem Arbeitslager in der Eifel inhaftiert und anschließend zur Wehrmacht eingezogen. Charlotte absolviert nach Beendigung der Aufbauschule 1940 ihr Pflichtjahr und von 1941 bis 1943 eine Lehre als chemisch-technische Assistentin im pharmazeutischen Labor der Tropon-Werke Köln-Mülheim. Der zunehmende Bombenkrieg führt zu einer Distanzierung vom NS-Regime, dessen Ideologie und Propaganda Charlotte nicht länger überzeugt. 1944 werden Mutter und Tochter nach Weingarten bei Ravensburg evakuiert.  
 
Im Sommer 1945 findet die Familie in Weingarten zusammen und kehrt Ende Juli 1945 nach Köln zurück. In ihrer unzerstörten Wohnung in Köln-Bayenthal sitzt ein stadtbekannter Nazi, der sich weigert, die Wohnung zu verlassen. Die städtischen Behörden unternehmen nichts gegen die widerrechtlich besetzte Wohnung, was dem Vater schwer zusetzt. Nach dem Wiederaufbau des väterlichen Juwelierladens arbeitet Charlotte dort mit und gründet eine eigene Familie.  
 
Charlotte Nasse lebt heute (2006) in Köln. 
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