Karl Gilles

Karl Gilles wird am 25.10.1922 in Köln-Sülz geboren. Er wächst mit vier Geschwistern in einer Arbeiterfamilie auf. Der Vater ist als Straßenbauarbeiter zeitweilig arbeitslos, die Mutter Hausfrau.  
 
Karl Gilles besucht von 1929 bis 1937 die Volksschule. Danach meldet er sich freiwillig für ein halbes Jahr zur „Landhilfe“ nach Pommern. 1938 findet er eine Anstellung als ungelernter Arbeiter bei einer Schreinerei und 1939 bei der Köln-Ehrenfelder-Maschinen-Anstalt (Kema) an. 
 
Karl Gilles besucht nur kurze Zeit Jungvolk und HJ, da ihm der Drill nicht zusagt. Er knüpft Anfang der 1940er Jahre Kontakte zu unangepassten Jugendlichen und unternimmt. Fahrten mit anderen „Edelweißpiraten“. Für ihn stehen dabei die Ausflüge und nicht politische Aktionen im Mittelpunkt. Selbst wiederholte Verhaftungen halten ihn nicht davon ab, weiter auf Fahrt zu gehen. Einem Prozess wegen „bündischer Betätigung“ Anfang 1944 entgeht er nur, weil er sich freiwillig zur Wehrmacht meldet. 
 
Bei der Wehrmacht wird Karl Gilles zum Panzerjäger ausgebildet und zunächst an der Westfront, dann in der Tschechoslowakei eingesetzt. Das Kriegsende erlebt er in der Nähe von Düren, wo er von den Amerikanern gefangen genommen wird. Nach einem Jahr kehrt Karl Gilles nach Köln zurück. 
 
Nach dem Krieg geht er erneut mit verschiedenen Jugendlichen auf Fahrt. Erst nach seiner Heirat im Jahr 1951 stellt er die Fahrten ein. 
 
Karl Gilles lebt heute (2006) in Köln. 
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