Marga Niedecken

Margarete (‚Marga’) Niedecken, geb. Rurainski wird am 26. Mai 1921 geboren. Sie wächst in Köln-Sülz mit ihrer jüngeren Schwester Elisabeth auf. Der Vater Johann Rurainski ist als Polizist in Köln tätig. Ihre Mutter Maria hatte ihren Beruf als Kontoristin nach der Geburt des ersten Kindes aufgegeben. 
 
Marga besucht die Volksschule Lohrbergstraße. Nach der NS-Machtübernahme tritt sie in den BDM ein. Mit dem Besuch des Haushaltspensionats Mittelstraße von 1935 bis 1937 endet der Jugenddienst. Das anschließende Pflichtjahr leistet Marga als Haushaltshilfe ab. 
 
Im Jahr 1940 beginnt Marga Rurainski eine Ausbildung als „braune“ NS-Schwester in der Kölner Uni-Klinik. Neben der Pflege und Patientenbetreuung gehören weltanschauliche und politische Unterweisungen zum Lehralltag. Marga tritt in die NSDAP ein und lässt sich nach der Ausbildung in das besetzte Polen versetzen. In Posen und Rozdrazewo betreut sie als Krankenschwester die deutsche Minderheit. 
 
Während eines Heimaturlaubes im Oktober 1944 wird ihr Elternhaus zerstört. Marga muss mehrere Monate mit der Fehlinformation leben, Ihre Mutter sei bei dem Bombenangriff umgekommen. Zum Kriegsende flieht Marga nach Salzburg. Hier ist sie weiterhin als Krankenschwester tätig. Nach Kriegsende trifft Marga ihre Mutter und Schwester im sowjetisch besetzten Wettin wieder. Gemeinsam kehren sie im Januar 1946 zu dem Vater nach Köln zurück. 
 
Marga Niedecken lebt heute (2008) in Köln.
 
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