Das Polizeipräsidium in der Krebsgasse/ Ecke Schildergasse (links) im Jahr 1938

  

Polizeipräsidium Köln (Krebsgasse)

Zentrale der staatlichen Polizeiverwaltung Köln (1907-1945) und Sitz der Gestapo (1933-1935)

Die Zentrale der staatlichen Polizeiverwaltung Köln war in einem Gebäude an der Ecke Schildergasse/Krebsgasse untergebracht. Dort waren der Polizeipräsident, der bis 1935 in diesem Gebäude nicht nur seine Diensträume, sondern auch seine Dienstwohnung hatte, die verschiedenen Abteilungen der Verwaltungspolizei und das Kommando der Schutzpolizei zu finden.

In den Jahren 1933-1935 war es auch Sitz der geheimen Staatspolizei (Gestapo). Hier wurden zahlreiche Kölner Bürger und Bürgerinnen wegen ihrer politischen Gesinnung misshandelt. Gerade in den ersten Monaten der NS-Herrschaft ging das Regime brutal hauptsächlich gegen Kommunisten und Sozialdemokraten vor. Die Verstrickung der Polizei in den Machtapparat aber ging viel weiter.

Der am 20. Juli 1932 nach dem sog. "Preußenschlag" eingesetzte konservative Polizeipräsident Walter Lingens stellte sich schnell und reibungslos an die Seite der NSDAP und ihrer paramilitärischen Einheiten SA und SS. Er folgte der Weisung des Hermann Görings vom 17. Februar 1933, "die nationalen Verbände mit allen Kräften zu unterstützen." Zwei Tage später marschierte anlässlich einer Hitlerkundgebung erstmals eine Abteilung der Kölner Schutzpolizei mit Hakenkreuzfahne und Hakenkreuzbinden durch die Stadt. Am 22. Februar wurden SA und SS offiziell zur Hilfspolizei ernannt. Nun arbeiteten Polizei und SA bei der Unterdrückung der Arbeiterparteien eng zusammen.

Der Keller des Polizeipräsidiums war in den ersten Wochen der Machtübernahme einer jener Orte in der Stadt, wo die festgenommenen Regimegegner brutal gefoltert wurden.

Roeseling, Das braune Köln, S. 58-60;
Aufsatz Harald Buhlan, Organisation, Personal und Standorte der staatlichen Polizeiverwaltung Köln in der NS-Zeit, in: Ders./Jung, Wessen Freund, S. 145-197, hier S. 158f.