Das Lager Drancy um 1942

  

Drancy

Das französische Lager Drancy war ein Durchgangslager für Juden, die in die Vernichtungslager im Osten deportiert wurden.

Drancy war ein 1941 bei Paris errichtetes Polizeihaftlager. Es diente sowohl als Haft- wie auch als Durchgangslager für Juden. Die Lebensbedingungen im Lager waren sehr schlecht, es war meistens überbelegt und es fehlte an sanitären Anlagen. Die Häftlinge litten an Hunger. Bis zum 1. Juli 1943 wurde Drancy von der Pariser Polizeipräfektur verwaltet.

Die meisten Transporte der nach Auschwitz deportierten französischen Juden gingen durch Drancy. Die erste Sammeldeportation fand im März 1942 statt. Im Sommer 1942 wurden 22.000 Juden von Drancy nach Auschwitz deportiert. Die letzte Deportation fand am 31. Juli 1944 statt.

Insgesamt wurden etwa 60.000 Menschen von Drancy aus in das Vernichtungslager Auschwitz und ca. 3.700 Menschen nach Sobibór gebracht.

Benz: Enzyklopädie des Nationalsozialismus, S. 433 f.
Bedürftig/Zentner: Das große Lexikon des Dritten Reichs, S. 133.