Kölner Progressive

„Kölner Progressive“ nannte sich eine Künstlergruppe Kölner Maler, die ab den 1920er Jahren im Stil der sogenannten „Neuen Sachlichkeit“ malten.

Ende der 1920er Jahre bildete sich um die Künstler Heinrich Hoerle (1895-1935) und Franz Wilhelm Seiwert (1894-1933) eine „Gruppe progressiver Künstler“ des Rheinlandes. Hoerle war seit 1929 auch der Herausgeber von „a bis z“, dem Organ dieser Gruppe, die vom November 1929 bis November 1932 erschien. Weitere Mitglieder waren: Gerd Arntz, Petrus Alma, Otto Freundlich, Auguste Herbig, Hans Schmitz und August Tschinkel. Auch der berühmte Kölner Fotograf August Sander, der zu Beginn der 20er Jahre mit der „Gruppe Progressiver Künstler“ in Köln in Kontakt kam, fand in diesem Kreis starke Resonanz für seine fotografischen Arbeiten.

Wie Sander hatten es sich die Künstler der Gruppe „Kölner Progressive“ zur Aufgabe gemacht, die Menschen ihrer Zeit in ihrem sozialen Umfeld darzustellen. Ihre Werke entstanden im Stil der sogenannten „Neuen Sachlichkeit“, ein seit 1925 feststehender Begriff in der Kunstwissenschaft für ihre neue klare, realistisch-sachliche Darstellungen. Neusachliche Maler wie die „Gruppe progressiver Künstler“ lehnten die abstrakte Formauflösung des Expressionismus ab und stellten alle Gegenstände viel gegenständlicher dar, malten sie wie im Stillleben vereinzelt. Dabei waren sie auch neuen Kunsttechniken gegenüber sehr aufgeschlossen. Landschaften gaben sie losgelöst von den Gesamtbeziehungen zur Natur, den Menschen von der Gesellschaft vereinzelt beispielsweise in der Form einer gesichtslosen Gliederpuppe als Menschenbild wieder.

Die Künstler der „Kölner Progressive“ waren auch international orientiert, setzten sich mit den Revolution in Rußland und der sozialistischen Ideologie auseinander und nahm deshalb 1930 an der Ausstellung „Sozialistische Internationale Kunst“ in Amsterdam teil.

Hütt: Wir und die Kunst, S. 347f.
Lexikon der Kunst, Bd. 2, S. 156, 537 ff.