Der Königsplatz (heute Rathenauplatz) um 1910

  

Rathenauplatz (Horst-Wessel-Platz)

Der Rathenauplatz wurde von den Nationalsozialisten in Horst- Wessel-Platz umbenannt.

Im November 1887 wurde die Grünanlage in der Kölner Neustadt-Süd eingeweiht. Der Fest- und Versammlungsplatz trug den Namen Königsplatz. 1891 erfolgte eine Umgestaltung nach Plänen des Kölner Gartenbaudirektors Kowallek. In Erinnerung an den ermordeten deutschen Außenminister trägt der Platz seit 1922 den Namen Rathenauplatz.

Nach der Machtübernahme 1933 nannten die Nationalsozialisten den Platz um. Das Gedenken an den von Rechtsradikalen ermordeten jüdischen Minister musste der Erinnerung an Horst Wessel weichen. Der SA-Mann war bei politischen Auseinandersetzungen 1930 in Berlin erschossen und von der NSDAP zum Märtyrer stilisiert worden. Die Kölner Synagoge am Rathenauplatz wurde im Zuge des Novemberpogroms 1938 zerstört.

Nach Kriegsende erfolgte die Rückbenennung in Rathenauplatz. Die Synagoge wurde 1958/59 nach Plänen von Hans Goldschmidt wieder aufgebaut.

Severin Roeseling: Das braune Köln, Köln 1999
Peter Fuchs (Hrsg.): Chronik zur Geschichte der Stadt Köln, Bd. 2, Köln 1993