Jupp Angenfort

Der Düsseldorfer Jupp Angenfort wurde in sowjetischer Kriegsgefangenschaft zum Kommunisten und war in der Bundesrepublik politisch aktiv.

Josef (Jupp) Angenfort, 1924 geboren, wuchs in Düsseldorf in einer katholischen Arbeiterfamilie auf. Als 18-jähriger wurde er zur Wehrmacht eingezogen und kam zuerst nach Frankreich und 1943 an die Ostfront. Als er dort in sowjetische Kriegsgefangenschaft geriet, begann Jupp Angenfort seine bisher relativ unpolitische Einstellung zu ändern. In diesem Prozess des Umdenkens wurde er zum Kommunisten. Er nahm an politischen Lehrgängen einer Antifaschule teil und wurde später selber Lehrer.

Vier Jahre nach Kriegsende, 1949, kam Angenfort nach Düsseldorf zurück und zog für die Kommunistische Partei Deutschlands (KPD) als Abgeordneter in den Landtag ein. Darüber hinaus war er in der Freien Deutschen Jugend (FDJ) als Leiter aktiv. Unter anderem nahm er an einer Aktion teil, die sich dagegen richtete, dass die Insel Helgoland als Bombenabwurfplatz der Alliierten zerstört wurde.

Als Kommunist wurde Josef Angenfort in der Bundesrepublik verfolgt und 1953 verhaftet. Nach zwei Jahren in Untersuchungshaft wurde er wegen Vorbereitung eines hochverräterischen Unternehmens verurteilt und saß noch zwei weitere Jahre im Zuchthaus. 1962 wegen weiteren Tätigkeit für die mittlerweile verbotene KPD ein weiteres Mal verhaftet, konnte Angenfort fliehen und ging zusammen mit seiner Familie in die DDR. 1968 kam er wieder in die BRD zurück und trat der Deutschen Kommunistischen Partei (DKP) bei. Heute (2007) lebt er in Düsseldorf und ist in der Vereinigung der Verfolgten des Naziregimes (VVN) engagiert.

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