Hans Filbinger

Hans Filbinger musste wegen seiner Verstrickungen als NS-Richter 1978 vom Amt des baden-württembergischen Ministerpräsidenten zurücktreten.

Hans Filbinger wurde 1913 in Mannheim geboren. Er studierte Jura und Volkswirtschaft und promovierte 1939. Filbinger war von 1933 bis 1936 Mitglied des Nationalsozialistischen Deutschen Studentenbundes und von 1934 bis 1937 Mitglied der SA. 1937 trat er in die NSDAP ein. Seit 1940 war Filbinger bei der Marine und ab 1943 bei der Militärjustiz.

Nach dem Krieg trat Hans Filbinger in die CDU ein. 1966 wurde er Ministerpräsident von Baden-Württemberg. 1978 machte der Schriftsteller Ralf Hochhuth („Der Stellvertreter“) die Mitwirkung Filbingers an mehreren Todesurteilen bei NS-Kriegsgerichtsverfahren bekannt. In der Öffentlichkeit rechtfertigte sich Filbinger daraufhin mit dem Ausspruch „Was damals Recht war, kann heute nicht Unrecht sein!" Filbinger, der auch an der Entlastung von Angeklagten mitgewirkt hatte, leugnete zunächst, jemals an Todesurteile beteiligt gewesen zu sein. Schließlich musste er es zugeben und trat am 7. August 1978 als Ministerpräsident zurück.

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