Flaggenzwischenfall in Köln 1933

Im Februar 1933 weigerte sich Konrad Adenauer, Hakenkreuzfahnen zu Ehren Hitlers anzubringen.

Konrad Adenauer, der bis März 1933 Kölner Oberbürgermeister war, stand in Opposition zu den Nationalsozialisten. Am 17. Februar 1933, wenige Tage nach der Machtübernahme der NSDAP, kam Adolf Hitler zu einer Großkundgebung nach Köln.

Adenauer weigerte sich, Hitler am Flughafen zu begrüßen, vor allem da dieser zu einer reinen Wahlkampfveranstaltung kam. Er unterband jeden Flaggenschmuck an den städtischen Gebäuden; auch eine Rheinbeleuchtung zu Ehren Hitlers fand nicht statt. Zwei Hakenkreuzfahnen, die nachts auf der Rheinbrücke angebracht worden waren, ließ Adenauer von städtischen Arbeitern entfernen. Nur vor den Messehallen, wo Hitler sprach, erlaubte er Hakenkreuzfahnen.

Hitlers Rede in Köln war eine Kampfansage an das Kölner Zentrum. Das Wahlkampfziel der NSDAP war "Fort mit Adenauer!" Der Westdeutsche Beobachter drohte nach Adenauers Weigerung, Hitler zu huldigen: "Herr Adenauer mag wissen, daß solche Herausforderungen sich in Zukunft rächen werden."

Hans-Peter Schwarz: Adenauer. Der Aufstieg 1876-1952, S. 345 f.