Hans Debus

Hans Debus gehörte zu den illegalen Kommunisten Kölns, die gegen Kriegsende mit ihren Widerstandsaktivitäten versuchten, das NS-Regime zu bekämpfen und für die Zeit nach den Nationalsozialisten eine demokratische Neuordnung der Gesellschaft vorbereiteten.

Der am 11. Juli 1919 geborene Hans Debus stammte aus einer Walder Arbeiterfamilie und wuchs in der Hofschaft Krausen auf. Sein Vater starb bereits im Jahr 1924.

Mit dem Verteilen illegaler Flugblätter beteiligte sich Hans Debus bereits als Jugendlicher am Widerstand gegen das NS-Regime. Im August 1937 entging er seiner drohenden Verhaftung durch die Flucht nach Belgien. Sein älterer Bruder Eugen wurde zur gleichen Zeit von der Gestapo festgenommen. In Belgien schloss sich der 18jährige Hans dem Widerstand der KPD an und brachte im Auftrag der Partei illegale Schriften über die Grenze nach Deutschland.

Bei einem Grenzübertritt in Aachen am 18. August 1939 wurde Debus wegen Verdachts „staatsfeindlicher Betätigung“ verhaftet. Zunächst in Berlin-Moabit inhaftiert, erfolgte am 28. Juni 1940 die Überstellung in das KZ Dachau, von wo er am 12. Juli 1941 nach Buchenwald verlegt wurde.

Von dort aus wurde Hans Debus zur Zwangsarbeit in das Außenkommando Messelager Köln-Deutz abgestellt. 1943 arbeitete er vermutlich bei „Rheinmetall“ in Düsseldorf. Anfang April 1944 gelang ihm die Flucht aus dem Messelager Deutz. Er verbarg sich zunächst in Köln und fand Anschluss an örtliche Widerstandsgruppen um Maria Fenski und Toni Fleischhauer. Bei dieser Gelegenheit kam Debus auch in Kontakt zu Hans Steinbrück und der diesen umgebenden Gruppe von Jugendlichen in Köln-Ehrenfeld.

Hans Debus entschloss sich dann jedoch - vermutlich wegen seiner Erkrankung - in Solingen unterzutauchen und fand Unterschlupf bei seiner Schwester Meta in Merscheid. Hier lebte er illegal unter dem Namen Willi Löwenburg.

Die Schwere seiner offenen Lungentuberkulose erforderte schließlich ärztliche Behandlung. Der Merscheider Arzt Dr. Stahl ging das persönliche Risiko ein und versorgte den KZ-Flüchtling. Wirksam helfen kann er ihm aber nicht mehr.

Hans Debus starb am 14. Februar 1945. Dr. Stahl attestierte später, dass „die Schwere des zum Tode führenden Leidens mit an Sicherheit grenzender Wahrscheinlichkeit durch die fünfjährige Haft hervorgerufen sein dürfte“.

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