Christkönigskundgebung

Am 28. Januar 1934 wurde die Dreikönigs-, bzw. Christkönigskundgebung der Katholischen Jugend in den Kölner Kirchen St. Andreas sowie St. Agnes von Mitgliedern der HJ erheblich gewalttätig gestört.

Schon vor Erlass des Gesetzes über die Hitlerjugend (HJ) vom 1. Dezember 1936 machte diese aus ihrem Totalitätsanspruch, die einzige Jugendorganisation Deutschlands zu sein, keinen Hehl. Seit der Machtergreifung 1933 suchte die HJ nach Mitteln und Wegen, sämtliche Jugendliche in ihren Reihen zu erfassen. Damit war der Konflikt mit dem stärksten Jugendverband, der Katholischen Jugend Deutschlands (KJD), dem Dachverband aller katholischen Jugendverbände vorprogrammiert.

Längst waren Köln und Altenberg zu Schauplätzen dieser Auseinandersetzung geworden, da sich die dortige Katholische Jugend hier bevorzugt am Dreifaltigkeitssonntag, am Christkönigstag und anderen Anlässen zu Kundgebungen versammelte. Die HJ suchte ihr „Konkurrenzproblem“ mit Gewalt zu lösen und begann, Veranstaltungen der Katholischen Jugend zu stören oder zu sprengen.

So drangen am 28. Januar 1934 HJ-Mitglieder in St. Aposteln und St. Agnes ein und störten die Dreikönigskundgebung derart, dass sich der sonst sehr angepasste Kölner Regierungspräsident zur Bonsen mit Kritik an die Gebietsführung der HJ wandte. Dies führte jedoch nicht zur Ermahnung der HJ, sondern dazu, dass der Katholischen Jugend jede nicht rein religiöse Betätigung bzw. Zusammenkunft verboten wurde – noch vor Himmlers Verbot vom 23. Juli 1935.

Nun war das Vereinsleben auf Kirchenräume und Pfarrhäuser eingeschränkt. Junge Katholiken bekamen Probleme Lehrstellen zu erhalten, ihre Eltern wurden unter Druck gesetzt. Dennoch blieben die Katholischen Jugendverbände eine starke Gemeinschaft – offiziell noch bis zu und später insgeheim auch nach ihrem Verbot von 1938.

Klein, Adolf: Köln im Dritten Reich, Köln 1983, S. 170 ff.
Materialsammlung NS-Dokumentationszentrum