Mitglieder der Hitler-Jugend während der Erntehilfe (Propagandafoto). In der zeitgenössischen Bildunterschrift heißt es u.a.: "'Für Freiheit und Brot.' Mit dieser Parole tritt alljährlich die Jugend als Helfer der Bauern und Bäuerinnen an."

  

Erntehilfe

Die „Erntehilfe“ war ein Bestandteil jener nationalsozialistischer Erziehungspolitik der Kriegsendphase seit etwa 1942, deren Maßnahmen nicht mehr pädagogisch oder ideologisch begründet waren, sondern sich aus aus den Notwendigkeiten der Kriegführung herleiteten.

Die Ausnahmesituation des Krieges erlaubte es dem Nationalsozialismus, Maßnahmen durchzuführen, die in normalen Friedenszeiten nicht durchsetzbar waren. Von 1941 an kam es unter solchen Vorzeichen zu einer sich stetig verstärkenden Heranziehung Jugendlicher zur „Erntehilfe“, zum „Arbeitseinsatz“ oder zum Befestigungsbau.

Auch im Rahmen der „Kinderlandverschickung“ (KLV) wurden seit etwa 1943 verstärkt Schüler zur Hilfe in der Landwirtschaft der Verschickungsaorte zur Arbeit herangezogen. Im Juli 1942 hieß es hierzu in einem „KLV-Elternbrief“: "Der Sommer öffnet der KLV-Jugend zwei besondere Einsatzgebiete: den Sport zur Steigerung der körperlichen Leistungsfähigkeit und die Erntehilfe als Beitrag der jungen Generation zur Sicherung der Ernährungslage des deutschen Volkes."

Der Nutzen solcher unter Führung von Hitlerjugend oder Reichsarbeitsdienst organisierter „Erntehilfe“ blieb aber eher gering.

[nach: Enzyklopädie des Nationalsozialismus, S. 208; KLV-Projekt NS-Dok.]