Die Kölner Messe um 1928. In der Bildmitte die Gleise des Bahnhofs Deutz-Tief, von dem die Deportationszüge abfuhren.

  

Deportation

Ausdruck für die Zwangsverschleppung von Juden in die Konzentrations- und Vernichtungslager. Millionen von Menschen wurden aus Deutschland und den besetzten Gebieten deportiert, das heißt, meist in Zügen wie Vieh zusammengepfercht dorthin gebracht, wo sie ermordet oder aber durch Zwangsarbeit ausgebeutet werden sollten.

Als Ende 1941 die Deportationen in die Ghettos und die Vernichtungslager des Ostens begannen, lebten in Köln noch etwa 6.200, im übrigen Regierungsbezirk Köln 1.400 Juden.

Im Herbst 1941 wurde in Köln-Müngersdorf ein Sammellager eingerichtet. Juden aus Köln und der Kölner Region wurden dort inhaftiert, bis sie einem Transport zugeteilt wurden. Auch die letzten offiziellen Vertreter der jüdischen Gemeinde wurden ins Lager Müngersdorf eingewiesen, ebenso die letzten Patienten des jüdischen Krankenhauses und die Bewohner des jüdischen Altenheims.

Bei der Deportation mussten sich die Juden sich auf dem Gelände der Kölner Messe sammeln, wurden von dort zum Bahnhof Deutz-Tief gebracht und schließlich in die Lager des Ostens verschleppt. Ihr letzter Besitz, das zugelassene minimale Gepäck, wurde von den Behörden beschlagnahmt.

Der erste Deportationszug mit tausend Menschen verließ Köln am 22. Oktober 1941. Ziel war das Ghetto in Lodz. Am 28. Oktober folgte ein zweiter Zug mit dem gleichen Ziel. Weitere Züge verschleppten die jüdische Bevölkerung nach Riga, Theresienstadt, Lublin-Izbica und Minsk. Der letzte Transport fand, soweit bekannt, im Oktober 1944 statt. Nur wenige der Deportierten überlebten.

NS-Dokumentationszentrum: Köln im Nationalsozialismus, S. 180 f.