Irmgard Keun Anfang der 1930er Jahre

  

Irmgard Keun

Die Schriftstellerin Irmgard Keun war in der Weimarer Republik mit ihren Romanen der "Neuen Sachlichkeit" sehr erfolgreich.

Irmgard Keun wurde am 6. Februar 1905 in Berlin geboren. Sie war Tochter eines Kölner Kaufmanns und wuchs in Köln und Berlin auf. Nach dem Besuch eines Lyzeums arbeitete Irmgard Keun als Stenotypistin und begann gleichzeitig als Schauspielerin.

Durch ihre Bekanntschaft mit dem Schriftsteller Alfred Döblin wurde Irmgard Keun zum Schreiben ermuntert. Sie schrieb ihren vielbeachteten ersten Roman: "Gilgi - eine von uns". Mit ihrem zweiten Roman "Das kunstseidene Mädchen" (1932) wurde sie endgültig zur Erfolgsautorin. In beiden Büchern wird von jungen Frauen erzählt, die sich aus ihrer kleinbürgerlichen Umwelt befreien wollen.

Als die Nationalsozialisten 1933 die Macht übernahmen, setzten sie Keuns Bücher wegen "antideutscher Tendenzen" auf die Schwarze Liste. Ihre Bücher, die sich noch im Verlagslager befanden, wurden von der Gestapo beschlagnahmt. Gegen diese Schikane versuchte Irmgard Keun sich zu wehren und erhob Schadensersatzklage gegen den preußischen Fikus. Als sie daraufhin von der Gestapo verhört und gefoltert wurde, flüchtete sie aus Deutschland nach Belgien und ging später in die Niederlande. Dort traf sie andere Exilanten wie Stefan Zweig, Egon Erwin Kisch und ihren späteren Lebensgefährten Joseph Roth.

Im Exil veröffentlichte Irmgard Keun weitere Bücher, wie etwa "Nach Mitternacht", das sich mit dem alltäglichen Faschismus auseinandersetzt. Als 1940 deutsche Truppen die Niederlande überfielen, kehrte Irmgard Keun illegal nach Deutschland zurück. Bei ihren Eltern in Köln wartete sie das Kriegsende ab.

Nach 1945 geriet Irmgard Keun weitgehend in Vergessenheit, obwohl 1960 ihr Roman "Das kunstseidene Mädchen" verfilmt wurde. Erst in den 70er Jahren wurden ihre Bücher wiederentdeckt.

Am 5. Mai 1982 starb Irmgard Keun in Köln.

http://www.literaturkritik.de/public/rezension.php?rez_id=7842 &ausgabe=200502
http://www.exil-archiv.de/html/biografien/keun.htm