Straßenansicht der St. Apernstrasse mit der Königin-Luise-Schule, vor 1910 (zeitgenössische Postkarte)

  

Königin-Luise-Schule

Die Königin-Luise-Schule befand sich in der Kölner St. Apernstrasse 53-61.

Erbaut in den 70er Jahren des 19. Jahrhunderts war die Königin-Luise-Schule ein repräsentativer dreigeschossiger Schulbau, zur Straßenseite geschmückt mit Fassadenfiguren und Friesen. Passend zur Namensgeberin schmückte auch ein Medaillonbildnis der Königin Luise die Schulfassade der Höheren Töchterschule.

Im Dritten Reich zählte die Königin-Luise-Schule wie beispielsweise auch die Kaiserin-Augusta-Schule zu den fünf höheren Schule Kölns, die nach der NS-Schulreform in städtische Trägerschaft kamen. Fortan hieß sie Frauen-Oberschule (Städtisches Oberlyzeum und dreijährige Frauenschule). Bereits 1935 waren über 60 % der Königin-Luisen-Schüler als Mitglieder in NS-Organisationen registriert.

Im Zweiten Weltkrieg wurde die Königin-Luise-Schule stark zerstört und deshalb von Juni 1943 bis Juli 1944 im Gebäude der jüdischen Jawne-Schule in der St. Apernstrasse untergebracht. Anschließend wurde der Unterricht nach Bansin auf der Insel Usedom ausgelagert, wo Lehrer und Schüler der Königin-Luise-Schule bis kurz vor Kriegsende blieben. Die meisten Eltern hatten sich dieser Kinderlandverschickung (KLV) gebeugt, da das Schulamt angekündigt hatte, dass Schüler, die nicht mit in die Verlegung gingen und in Köln blieben, an anderen Schulen nicht aufgenommen würden.

März 1945 erfolgte vor der heranrückenden Sowjetarmee noch einmal eine Verlegung der Schule nach Kellenhusen an die Nordsee (Holstein). In Köln war der Schulunterricht längst zusammengebrochen. Nach dem Krieg begann der Unterricht der ehemaligen Königin-Luise-Schule im Gebäude der Volksschule Nussbaumerstrasse in Köln-Ehrenfeld. Da das alte Schulgrundstück für den geplanten Wiederaufbau des Gymnasiums zu klein war, wurde es in den 50er Jahren abgerissen. Heute verläuft hier die Magnusstraße, die Königin-Luise-Schule erhielt 1957 einen Neubau an der Alten Wallgasse 10.

Trapp: Kölner Schulen in der NS-Zeit, S. 156.
Raschke: Köln: Schulbauten, S. 309.
Materialsammlung NS-Dokumentationszentrum.