Besetzung Dänemarks

Zugleich mit der deutschen Invasion in Norwegen besetzte die Deutsche Wehrmacht am 9. April 1940 auch Dänemark, um für den Zweiten Weltkrieg die Ostseezugänge und Nachschubverbindungen nach Norden zu sichern.

Obwohl Dänemark am 31. Mai 1939 einen Nichtangriffspakt mit Deutschland abgeschlossen hatte, wurde das Königreich April 1940 von deutschen Truppen überfallen und besetzt. Deutschland stellte das Ultimatum, seinen Einmarsch als „Schutzmaßnahme“ gegenüber einer unmittelbar bevorstehenden Invasion der Alliierten anzuerkennen. Angesichts der Übermacht der deutschen Truppen und der Drohung einer Bombardierung Kopenhagens durch die Luftwaffe erklärte die dänische Armee ihre Kapitulation.

König Christian X. und die Regierung blieben im Amt und nahmen unter Druck die deutsche Forderung des Verzichts auf jeglichen Widerstand an. Deutschland wollte bei der Okkupation Dänemarks die Fiktion einer dänischen Souveränität sowie einer Zusammenarbeit mit der legalen Regierung aufrecht erhalten, weshalb es im Gegenzug trotz Errichtung eines Besatzungsregimes die politische Unabhängigkeit Dänemarks zusicherte. Heer, Flotte und Polizei blieben so unter dänischer Führung. Unter Ministerpräsident Thorvald Stauning bildete sich ein Kabinett des Nationalen Zusammenschlusses unter Einbeziehung aller großen Parteien.

Bis 1943 beschränkten sich die Deutschen auf militärische Sicherung Dänemarks. Die politische Macht übernahmen sie erst, als der dänische Widerstand gegen die Besatzung wuchs und Streik- und Sabotageakte begannen. Nun verhängte Deutschland das Kriegsrecht und die SS beschloss die Deportation der bisher verschonten dänischen Juden, von denen jedoch durch eine beispiellose Solidaritätsaktion der dänischen Bevölkerung mit 7900 die meisten versteckt und gewarnt wurden und sich beizeiten in Fischerboten nach Schweden retten konnten.

Von den wenigen jüdischen Dänen, die die SS noch fasste, kamen 69 in Theresienstadt ums Leben. Der dänische Widerstand forderte über 3000 Opfer. Umgekehrt hatten sich aber auch über 7000 Dänen der Dänischen Nationalsozialistischen Arbeiterpartei (DNAP) den deutschen Besatzern als Freiwillige Spitzel und Provokateure angeboten oder zum Kriegsdienst in der Wehrmacht gemeldet.

Am 9. Mai 1945 liefen englische Kriegsschiffe im Kopenhagener Hafen ein.

www.dhm.de/lemo
Benz/ Graml/ Weiß: Enzyklopädie des Nationalsozialismus, S. 414 f.
Bedürftig, Friedemann: Drittes Reich und Zweiter Weltkrieg, S. 98 f.