Alfred Delp

  

Alfred Delp

in der katholischen Jugendbewegung aktiver Jesuitenpater; seit 1942/43 im katholischen Widerstand aktiv, nach dem 20. Juli 1944 verhaftet, zum Tode verurteilt und im Februar 1945 hingerichtet

Alfred Delp wird am 15. Sepzember 1907 in Mannheim geboren. Aus einem gemischt-konfessionellen Elternhaus stammend, entscheidet sich der Vierzehnjährige 1921 für den Katholizismus, wobei die katholische Jugendbewegung seine innere Entwicklung bestimmt. Der Entschluss, Jesuit zu werden, entspringt dem Wunsch, aus bürgerlichen Konventionen auszubrechen und sich bewusst in den Dienst am Nächsten zu stellen. Nach einem Philosophie- und Theologiestudium wirkt Delp als Jugenderzieher und empfängt 1937 die Priesterweihe. Er ist bis zu ihrem Verbot im Jahr 1941 Redakteur der angesehenen katholischen Zeitschrift "Stimmen der Zeit". Danach konzentriert sich sein Engagement ganz auf die Aufgabe als Münchener Gemeindepfarrer.

Auf Veranlassung von Augustin Rösch arbeitet Delp seit 1942/43 intensiv im Kreisauer Kreis mit und kann hier Grundlinien der katholischen Soziallehre in die Neuordnungspläne einfließen lassen. Er nimmt an der 2. und 3. Kreisauer Tagung teil, legt Denkschriften - beispielsweise über die "Arbeiterfrage" und das "Bauerntum" - vor. Er tritt jedoch nicht nur als Denker und Philosoph hervor, sondern stellt auch Kontakte von einzelnen Münchener Widerstandskreisen zur Gruppe um Moltke her. Außerdem ist er mit dem Kölner Widerstandskreis um Bernhard Letterhaus und Nikolaus Groß verbunden.

Am 28. Juli 1944 wird Delp in München verhaftet, am 11. Januar 1945 vom Volksgerichtshof zum Tode verurteilt und am 2. Februar 1945 in Berlin-Plötzensee ermordet.

[nach: Lexikon des Widerstandes 1933-1945, S. 42f.]