Finnland

Finnland beteiligte sich im Zweiten Weltkrieg auf Seiten Deutschlands am Krieg gegen die Sowjetunion.

Finnland war seit dem Jahr 1917 eine selbständige Republik. Als das nationalsozialistische Deutschland und die Sowjetunion 1939 den Nichtangriffspakt abschlossen, wurde im geheimen Zusatzprotokoll Finnland der sowjetischen Interessenssphäre zugesprochen.

Finnisch-sowjetische Verhandlungen endeten 1939/1940 im Winterkrieg zwischen Finnland und der Sowjetunion. Im März 1940 schloss Finnland Frieden, beteiligte sich aber im Juni 1941 am deutschen Überfall auf die Sowjetunion. Das Land wurde zum Aufmarschgebiet für die deutsche Wehrmacht. Im selben Jahr trat Finnland dem antikommunistischen Antikominternpakt bei. 1944 schloss Finnland einen Waffenstillstand mit Russland und musste unter anderem einige Gebiete an die Sowjetunion abtreten. Die deutsche Lappland-Armee weigerte sich, aus Finnland abzuziehen; bei den Kämpfen, zu denen es kam, verwüstete sie beim Rückzug weite Teile Nordfinnlands.

Die etwa 2000 Juden, die 1939 in Finnland lebten, überlebten fast alle den Holocaust. Obwohl die deutschen Pläne zur Ermordung der europäischen Juden die finnischen Juden miteinbezogen, gab es keine Deportationen. Die finnische Staatspolizei lieferte allerdings acht jüdische Flüchtlinge aus Deutschland und Österreich an die Nazis aus, die bis auf eine Ausnahme den Krieg nicht überlebten.

Benz, Wolfgang/Graml, Hermann/Weiß, Hermann (Hg.): Enzyklopädie des Nationalsozialismus, München 2001, S. 461.
Gutman, Israel u.a. (Hg.): Enzyklopädie des Holocaust. Die Verfolgung und Ermordung der europäischen Juden, München/Zürich 1998, S. 460-462.