Die Kommandantur im Ghetto Riga (rechts) (Quelle: Staw Hamburg)

  

Kurt Krause

Kurt Krause war Kommandant des Ghettos im lettischen Riga.

Der SS-Obersturmführer Kurt Krause war seit dem deutschen Einmarsch in die Sowjetunion im „Judenreferat“ an der Verfolgung und Ermordung der jüdischen Bevölkerung beteiligt. Er wurde mit der Errichtung des Ghettos Riga 1941 als Kommandant eingesetzt.

Im Sommer 1941 war das Lager zur Internierung der lettischen Juden eingerichtet worden. Ab November 1941 diente es als Ghetto für Juden aus dem Deutschen Reich. Ein Großteil der lettischen Insassen, ca. 28 000 Juden und Jüdinnen, wurden bis Dezember 1941 ermordet. Allein von Dezember 1941 bis Frühjahr 1942 trafen 16 000 deutsche Juden im Ghetto ein.

Krause war für die Hinrichtungen und menschenunwürdigen Lebensbedingungen im Ghetto und im angeschlossenen KZ Kaiserwald verantwortlich. Er führte das Lager überaus brutal, befahl den rücksichtslosen Gebrauch von der Schusswaffe und nahm persönlich an Selektionen und Exekutionen teil.

Im Sommer 1943 wurden viele Insassen in das Konzentrationslager Kaiserwald und andere Außenlager deportiert, die verbliebenen von der SS ermordet. Bis Dezember 1943 war die Räumung des Ghettos abgeschlossen. Mit der heranrückenden russischen Armee ließ Krause die Häftlinge der verschiedenen Lager im September 1944 zum „Todesmarsch“ antreten. Schwache und Kranke Insassen wurden erschossen. Krause wurde nach Libau versetzt. Dort wurde er vor Kriegsende von Partisanen gestellt und exekutiert.

Andrej Angrick/ Peter Klein: Die „Endlösung“ in Riga. Ausbeutung und Vernichtung 1941 – 1944, Darmstadt 2006