Bartholomäus Koßmann

Saarländischer Politiker und Funktionär der Christlichen Gewerkschaften, der in Kontakt zu katholischen Widerstandskreisen stand und nach dem 20. Juli 1944 verhaftet wurde

Bartholomäus Koßmann wurde am 2. Oktober 1883 in Eppelborn geboren. Schon im Jahr 1912 wurde er für das Zentrum in den Reichstag gewählt, dem er bis 1920 angehörte. Von 1919 bis 1921 war er außerdem Mitglied des preußischen Landtags, von 1922 bis 1924 Präsident des Landesrats im damals von Deutschland abgetrennten Saargebiet, deren Regierungskommission er bis April 1935 angehörte.

Koßmann engierte sich auch in den Christlichen Gewerkschaften und war seit Januar 1919 Vorsitzender der katholischen Bergarbeitergewerkschaft in Neunkirchen (Saar).

Nach seinem Ausscheiden aus der Regierungskommission war er seit August 1935 Saarbrückener Bezirksdirektor der Isar-Lebensversicherung. Seit November 1943 stand er durch Vermittlung von Jakob Kaiser und Nikolaus Groß in Kontakt zu Carl Goerdeler und wurde zwei Tage nach dem missglückte Hitler-Attentat am 22. Juli in Forbach verhaftet. Er durchlief mehrere Lager und Gefängnisse, wobei er schwer misshandelt wurde. Vor dem Volksgerichtshof angeklagt, wurde er am 19. Januar 1945 wegen Mangels an Beweisen freigesprochen, jedoch bereits im Gerichtssaal in neuerliche „Schutzhaft“ genommen. Er erlebte das Kriegsende unter Polizeiaufsicht in Bad Mergentheim.

Von 1947 bis 1952 gehörte Bartholomäus Koßmann für die CVP dem saarländischen Landtag an, dessen Vizepräsident er war. Er starb am 9. August 1952 in Homburg.

[nach: M.d.R., Sp. 728ff.]