Jakob Kaiser

  

Jakob Kaiser

führender Funktionär der Christlichen Gewerkschaften; seit 1933 regimekritisch tätig und im Widerstandskreis um Carl Goerdeler aktiv; kann nach dem 20. Juli 1944 untertauchen

Jakob Kaiser wird am 8. Februar 1888 geboren. Er erlernt zunächst das Handwerk des Buchbinders und ist bereits vor dem Ersten Weltkrieg im Nürnberger Kolping-Verein tätig. In der Weimarer Republik gilt er bald als führender Vertreter der christlichen Gewerkschaftsbewegung und wird früh zu einem entschiedenen Gegner der Nationalsozialisten, die 1933 alle Einzelgewerkschaften "gleichschalten" und die "Deutsche Arbeitsfront" (DAF) bilden.

Seit Beginn der nationalsozialistischen Herrschaft verfügt Kaiser über enge Verbindungen zu Wilhelm Leuschner und Max Habermann. Zusammen mit ihnen setzt er sich für eine Einheitsgewerkschaft ein. Um diese Gruppe sammelt sich in den folgenden Jahren ein Kreis von Regimegegnern, der engen Kontakt zu Carl Goerdeler unterhält. Nach dem gescheiterten Attentat vom 20. Juli 1944 kann Jakob Kaiser, der von der Gestapo gesucht wird, mit Hilfe seiner späteren Frau und politischen Weggefährtin Elfriede Nebgen untertauchen. Er überlebt das Kriegsende und gehört zu den Mitbegründern der CDU in Berlin.

Jakob Kaiser stirbt am 7. Mai 1961.

[nach: Lexikon des Widerstandes 1933-1945, S. 106f]